Tutorium 3: Design Sprint Mini

Business Basics

Worum es geht

Im dritten Tutorium durchlauft ihr den Design-Thinking-Prozess aus Vorlesung 3 einmal komplett, komprimiert zu einem Design Sprint Mini in Gruppen von 4–5 Personen. Fünf Phasen, ein strikter, sichtbarer Timer: Empathize → Define → Ideate → Prototype → Test. Am Ende habt ihr aus einem offenen Problem in gut einer Stunde einen getesteten Papierprototyp gemacht und dabei am eigenen Leib gespürt, warum der Prozess iterativ ist und nicht linear.

Es geht ausdrücklich nicht um das perfekte Ergebnis, sondern darum, die Bewegung zu erleben: schnell verstehen, scharf zuspitzen, viele Ideen, grob bauen, ehrlich testen – und sehen, wo ihr iterieren würdet. Genau diese Denkbewegung (und warum ein Lo-Fi-Prototyp billig eine Annahme prüft) taucht in der Klausur wieder auf.

Das Tutorium ist freiwillig. Wer nicht kommen kann, findet unten eine Solo-Variante: die Problem-Prompts sind als PDF verlinkt, und Aufgabe B sowie die Solo-Variante von Aufgabe A lassen sich vollständig allein bearbeiten.

TippWas ihr mitnehmt
  • Ihr durchlauft die fünf Phasen des Design-Thinking-Prozesses einmal vollständig.
  • Ihr formuliert eine gute How-Might-We-Frage: weit genug für Ideen, eng genug für Fokus.
  • Ihr baut einen Lo-Fi-Prototyp (Papier/Storyboard) und testet ihn an echten „Nutzenden”.
  • Ihr erlebt, warum Iteration Perfektion schlägt: dieselbe Schleife wie Build–Measure–Learn aus Sitzung 1.

Ablauf (90 Minuten)

Zeit Phase Was passiert
0:00 Ankommen Begrüßung, Gruppen bilden (4–5 Personen), Nachbargruppe zuordnen
0:05 Klausur-Training 5 KLAUS-Fragen zu Vorlesung 3, per Handzeichen aufgelöst
0:20 Design Sprint Fünf Phasen auf striktem Timer (Details unten)
1:15 Debrief „Wo würdet ihr iterieren?” + warum der Timer euer Freund war
1:25 Wrap-up „So taucht das in der Klausur auf” + Nachbereitung + Quiz

Die Kernaktivität: der Design Sprint

Ihr arbeitet in Gruppen von 4–5. Jede Gruppe bekommt einen von zwei Problem-Prompts; eine Nachbargruppe bearbeitet den jeweils anderen: sie stellt im Empathize und im Test eure „Nutzenden”. Der Phasen-Timer vorne (oder als Poster) gibt den Takt vor: Wenn eine Phase abläuft, geht es weiter, auch unfertig. Das ist Absicht.

Phase Zeit Was ihr tut Was jetzt zählt
Empathize 12 Min Kurzinterviews mit der Nachbargruppe als „Nutzende” Fragt – pitcht nicht!
Define 8 Min Eine How-Might-We-Frage formulieren Eine Frage, nicht drei
Ideate 12 Min Crazy-3: jede Person skizziert allein 3 Ideen, Gruppe wählt eine Quantität vor Qualität
Prototype 15 Min Papierprototyp oder Storyboard bauen Bauen, nicht diskutieren
Test 8 Min Nachbargruppe testet euren Prototyp und gibt Feedback Zuschauen, nicht verteidigen

Die zwei Problem-Prompts sind:

  • Prompt A: Wie können Erstsemester schneller Anschluss an der Uni finden?
  • Prompt B: Wie kann die Mensa nachhaltiger werden, ohne teurer zu werden?
HinweisIhr seid zu wenige oder ungerade?

Kein Problem – der Sprint funktioniert auch in einer Dreiergruppe (dann übernimmt jemand eine Doppelrolle) und mit nur zwei Gruppen, die sich gegenseitig testen. Die Phasen und der Timer bleiben identisch.

Materialien zum Download

Diese Unterlagen bekommt ihr im Tutorium ausgedruckt. Zum Nacharbeiten hier als PDF:

Jede Seite hat oben rechts einen PDF-Link zur Druckfassung.

Zur Erinnerung: die fünf Phasen

Kurz-Glossar für den Sprint (ausführlich in Vorlesung 3 und auf dem Timer-Poster):

Phase Leitfrage Im Sprint heißt das
Empathize Was erleben die Nutzenden wirklich? Fragen, beobachten – nicht raten, nicht vorschlagen
Define Welches Problem lösen wir genau? Eine How-Might-We-Frage, die in eine Woche passt
Ideate Welche Lösungen sind denkbar? Viele Ideen erzeugen (Crazy-3), dann eine wählen
Prototype Wie sieht eine erste, grobe Version aus? Lo-Fi: Papier, Skizze, Storyboard – Minuten statt Monate
Test Was sagen echte Nutzende dazu? Zuhören und lernen, wo ihr zurück müsst

Nach dem Tutorium

Aufgabe A: Sprint-Dokumentation

Haltet euren Sprint kompakt fest, so wie ihr ihn später jemandem erklären würdet. Dokumentiert:

  1. Problem-Prompt: an welchem der beiden habt ihr gearbeitet?
  2. How-Might-We-Frage: eure zugespitzte Frage aus der Define-Phase.
  3. Gewählte Idee: welche Crazy-3-Idee habt ihr weiterverfolgt, und warum diese?
  4. Prototyp: ein Foto oder eine Skizze eures Papierprototyps/Storyboards.
  5. Wichtigste Erkenntnis aus dem Test: was hat die Nachbargruppe gesagt, das ihr nicht erwartet hattet?
  6. Wo würdet ihr iterieren? Zu welcher Phase (Empathize, Define, Ideate, Prototype) würdet ihr zurückspringen, und was würdet ihr dort anders machen?
TippWoran ihr euch selbst prüft

Eine gute How-Might-We-Frage benennt einen Fortschritt, ohne die Lösung schon vorzugeben: weit genug für viele Ideen, eng genug für Fokus. Und die stärkste Iterations-Idee kommt fast immer aus einer Überraschung im Test: Wenn euer Prototyp genau das getan hat, was ihr erwartet habt, habt ihr vermutlich zu vorsichtig getestet.

TippKI-Feedback

Öffnet den Chat in der Seitenleiste und startet mit genau dem Wortlaut „Feedback zu Tutorium 3”. Fügt dann eure Sprint-Dokumentation ein. Ihr bekommt sokratische Rückfragen, die eure Argumentation schärfen (insbesondere, ob eure How-Might-We-Frage offen genug ist und ob eure Iterations-Idee wirklich aus dem Test stammt), aber keine Musterlösung. Das Feedback ersetzt nicht das Tutorium und nicht eure eigene Arbeit; es hilft euch, selbst weiterzudenken.

HinweisNicht dabei gewesen? Solo-Variante

Du kannst den Kern auch allein üben, mit Prompt B (Wie kann die Mensa nachhaltiger werden, ohne teurer zu werden?):

  1. Define: Formuliere aus dem Prompt eine How-Might-We-Frage.
  2. Ideate (Crazy-3): Skizziere drei verschiedene Ideen auf dem Crazy-3-Sheet und entscheide dich für eine, mit einer Zeile Begründung.

Dokumentiere Frage, drei Ideen und deine Wahl. Das reicht, um die Bewegung von der offenen Frage zur konkreten Idee zu erleben.

Aufgabe B: Selbsttest

Prüft euer Verständnis von Vorlesung 3 im begleitenden Quiz. Rein formativ, nichts wird gespeichert oder benotet: